Tulumbe Rezept – Traditionelles Balkan-Dessert
Tulumbe Rezept – traditionelles Balkan-Dessert aus goldbraun frittiertem Teig, der anschließend in aromatischen Zuckersirup gelegt wird. Tulumbe sind außen leicht knusprig, innen weich und saftig und gehören zu den bekanntesten Süßspeisen der Balkan-Küche.
Der besondere Geschmack entsteht durch den Kontrast aus frittiertem Brandteig und süßem Sirup. Damit Tulumbe richtig gelingen, müssen Teig, Öltemperatur und Sirup gut zusammenpassen. Werden sie zu heiß frittiert, bräunen sie außen zu schnell. Ist der Sirup zu dick oder zu warm, ziehen sie nicht gleichmäßig durch.
Weitere traditionelle Süßspeisen finden Sie in unserem Überblick über die beliebtesten Balkan-Desserts.
Tulumbe Rezept – Traditionelles Balkan-Dessert
Kochutensilien
- Küchenwaage
- Messbecher
- Mittelgroßer Topf für den Sirup
- Mittelgroßer Topf für den Teig
- Hoher, schwerer Topf, ungefähr 20 bis 22 cm Durchmesser
- Stabiler Kochlöffel
- Große Schüssel
- Handmixer mit Knethaken oder Küchenmaschine
- Stabiler Spritzbeutel
- Große offene Sterntülle, ungefähr 12 bis 14 mm
- Küchenschere
- Küchenthermometer
- Schaumlöffel
- Küchenpapier
- Große flache Schale
Zutaten
Für den Sirup
- 500 g Zucker
- 400 ml Wasser
- 15 ml frisch gepresster Zitronensaft
Für den Teig
- 250 ml Wasser
- 80 ml Sonnenblumenöl
- 1 g feines Salz
- 200 g Weizenmehl Type 405
- 3 Eier Größe M, insgesamt ungefähr 150 g ohne Schale
- 4 g Backpulver
Zum Frittieren
- 1.000 ml Sonnenblumenöl
Anleitungen
Sirup vorbereiten
- Zucker und 400 Milliliter Wasser in einen mittelgroßen Topf geben.
- Die Mischung bei mittlerer Hitze erwärmen und nur so lange umrühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
- Den Sirup aufkochen und anschließend bei niedriger bis mittlerer Hitze zehn Minuten ohne Deckel sanft köcheln lassen.
- Den Zitronensaft einrühren und den Sirup noch eine Minute köcheln lassen.
- Den Topf vom Herd nehmen und den Sirup vollständig auf Raumtemperatur abkühlen lassen. Für das Einlegen der Tulumbe darf er nicht mehr warm sein.
Teig zubereiten
- Während der Sirup abkühlt, 250 Milliliter Wasser, 80 Milliliter Sonnenblumenöl und ein Gramm Salz in einem Topf aufkochen.
- Die Hitze reduzieren und das gesamte Mehl auf einmal hinzufügen.
- Die Mischung sofort kräftig mit einem stabilen Kochlöffel verrühren.
- Den Teig bei niedriger bis mittlerer Hitze ungefähr drei Minuten weiterrühren, bis er sich als geschlossene Masse vom Topfboden löst und sich dort ein dünner heller Belag bildet.
- Den Teig in eine große Schüssel geben und ungefähr 15 Minuten abkühlen lassen. Er darf beim Hinzufügen der Eier nur noch lauwarm sein.
- Das erste Ei hinzufügen und vollständig einarbeiten. Der Teig trennt sich zunächst, verbindet sich beim weiteren Rühren aber wieder.
- Die beiden übrigen Eier einzeln auf dieselbe Weise einarbeiten. Das nächste Ei erst hinzufügen, wenn das vorherige vollständig aufgenommen wurde.
- Das Backpulver fein über den Teig sieben und ungefähr 30 Sekunden gründlich einarbeiten.
- Der fertige Teig soll glatt, glänzend und so fest sein, dass die Rillen der Sterntülle nach dem Spritzen sichtbar bleiben.
- Den Teig in einen stabilen Spritzbeutel mit einer großen offenen Sterntülle füllen.
Tulumbe formen und frittieren
- Das Frittieröl in einen hohen, schweren Topf geben. Der Topf darf einschließlich Öl höchstens zu einem Drittel gefüllt sein.
- Das Öl bei mittlerer Hitze auf 165 °C erhitzen. Während des gesamten Frittierens eine Temperatur zwischen 160 und 170 °C halten.
- Die Klingen der Küchenschere dünn mit etwas kaltem Frittieröl bestreichen.
- Den Spritzbeutel knapp über die Öloberfläche halten. Ungefähr sechs Zentimeter Teig herausdrücken und mit der Schere abschneiden. Dabei Abstand zum heißen Öl halten und Spritzer vermeiden.
- Pro Durchgang nur sechs bis acht Tulumbe in den Topf geben, damit sie sich frei bewegen und das Öl nicht stark abkühlt.
- Die Tulumbe ungefähr sechs bis acht Minuten frittieren. Erst wenden, wenn die Oberfläche stabil geworden ist.
- Die Tulumbe während des Frittierens mehrmals vorsichtig drehen, damit sie auf allen Seiten gleichmäßig dunkelgoldbraun werden.
- Die Öltemperatur regelmäßig kontrollieren. Bei mehr als 170 °C die Hitze reduzieren, damit die Tulumbe nicht außen dunkel werden, bevor der Teig innen vollständig gegart ist.
Tulumbe in Sirup einlegen
- Die fertig frittierten Tulumbe mit einem Schaumlöffel aus dem Öl nehmen und ungefähr 20 bis 30 Sekunden auf Küchenpapier abtropfen lassen.
- Die noch heißen Tulumbe sofort in den vollständig abgekühlten Sirup legen.
- Die Tulumbe fünf bis sieben Minuten im Sirup ziehen lassen und währenddessen ein- bis zweimal vorsichtig wenden.
- Die Tulumbe mit einem sauberen Schaumlöffel aus dem Sirup nehmen und nebeneinander in eine große flache Schale legen.
- Das Öl vor jedem weiteren Durchgang wieder auf ungefähr 165 °C bringen und den restlichen Teig auf dieselbe Weise verarbeiten.
- Die fertigen Tulumbe mindestens 30 Minuten ruhen und vollständig abkühlen lassen.
- Die Tulumbe bei Raumtemperatur oder gekühlt servieren. Nach Wunsch kann beim Servieren etwas verbliebener Sirup darübergegeben werden.
Notizen
- Die Rezeptmenge ergibt ungefähr 24 Tulumbe mit einer Länge von jeweils etwa sechs Zentimetern.
- Die tatsächliche Stückzahl hängt vom Durchmesser der Sterntülle und der Länge der einzelnen Tulumbe ab.
- Alle Tulumbe möglichst gleich groß formen, damit sie gleichzeitig durchgaren.
- Der Sirup muss vor dem Frittieren vollständig abgekühlt sein. Heiße Tulumbe werden in kalten beziehungsweise vollständig abgekühlten Sirup gelegt.
- Den Sirup nicht nachträglich mit Wasser verdünnen. Dadurch werden Geschmack, Konsistenz und Haltbarkeit unkontrollierbar verändert.
- Den gekochten Teig länger als die bisherigen fünf Minuten abkühlen lassen. Ist er beim Hinzufügen der Eier noch sehr heiß, können die Eier teilweise gerinnen.
- Die Eier einzeln einarbeiten. Ihre Gesamtmenge von ungefähr 150 Gramm ohne Schale verhindert größere Abweichungen durch unterschiedlich große Eier.
- Der Teig muss dick und spritzfähig sein. Er darf nicht fließen oder nach dem Spritzen sofort seine Rillen verlieren.
- Einen stabilen Spritzbeutel verwenden, da der Tulumbe-Teig deutlich fester als eine Creme ist.
- Die Tulumbe nicht aus größerer Höhe in das Öl fallen lassen. Dadurch kann heißes Öl herausspritzen.
- Eine Öltemperatur zwischen 160 und 170 °C ermöglicht kontrolliertes Garen. Zu heißes Öl bräunt die Tulumbe außen zu schnell; zu kaltes Öl erhöht die Fettaufnahme.
- Den Topf nicht überfüllen. Die Tulumbe vergrößern sich während des Frittierens.
- Frittieröl niemals unbeaufsichtigt erhitzen und brennendes Öl niemals mit Wasser löschen.
- Das Frittieröl nach vollständigem Abkühlen durch ein feines Sieb filtern oder entsprechend den örtlichen Vorgaben entsorgen. Nicht in den Abfluss gießen.
- Tulumbe schmecken am Tag der Zubereitung am besten. Mit zunehmender Lagerzeit wird ihre Oberfläche durch den Sirup weicher.
- Reste verschlossen im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von drei Tagen verbrauchen.
- Die Kalorienangabe setzt voraus, dass ungefähr 70 Milliliter des Frittieröls von der gesamten Rezeptmenge aufgenommen werden. Das übrige Öl wird nicht als verzehrt berechnet.
Was sind Tulumbe?
Tulumbe sind ein traditionelles Dessert, das auf dem Balkan und in vielen Teilen Südosteuropas bekannt ist. Der Teig wird in längliche Stücke gespritzt, in Öl frittiert und anschließend in Zuckersirup gelegt. Dadurch entsteht die typische Kombination aus goldbrauner Oberfläche und saftig-süßem Inneren.
Optisch erinnern Tulumbe etwas an kleine geriffelte Teigstangen. Der Geschmack ist aber stark vom Sirup geprägt. Gute Tulumbe sollen nicht trocken, aber auch nicht matschig sein. Sie brauchen eine stabile Oberfläche und genug Zeit, damit der Sirup gleichmäßig einziehen kann.
Warum der Teig für Tulumbe besonders ist
Der Teig für Tulumbe ähnelt einem Brandteig. Wasser, Fett, Mehl und Eier werden so verarbeitet, dass eine glatte, spritzfähige Masse entsteht. Diese Masse muss stabil genug sein, damit die Tulumbe beim Frittieren ihre Form behalten.
Wenn der Teig zu weich ist, verlaufen die Stücke im Öl. Ist er zu fest, lassen sie sich schwer spritzen und werden später kompakter. Wichtig ist deshalb, die Eier gut einzuarbeiten und den Teig glatt zu rühren, bis er gleichmäßig und formbar ist.
Die richtige Öltemperatur
Die Öltemperatur ist einer der wichtigsten Punkte bei Tulumbe. Ist das Öl zu heiß, werden sie außen schnell dunkel, bleiben innen aber noch nicht richtig gar. Ist das Öl zu kalt, saugen sie zu viel Fett auf und werden schwer.
Ideal ist eine gleichmäßige mittlere bis hohe Temperatur. Die Tulumbe sollen langsam goldbraun werden und dabei innen durchgaren. Während des Frittierens sollte der Topf nicht zu voll sein, damit die Temperatur nicht zu stark absinkt und die Stücke genug Platz haben.
Warum Tulumbe manchmal fettig werden
Fettige Tulumbe entstehen häufig durch zu kaltes Öl oder zu viele Stücke im Topf. Wenn die Temperatur zu stark sinkt, nimmt der Teig mehr Öl auf, bevor er außen fest wird. Dadurch wirken die Tulumbe schwer und weniger angenehm.
Nach dem Frittieren sollten die Stücke kurz auf Küchenpapier abtropfen. Danach kommen sie in den Sirup. Zu langes Liegen ohne Sirup ist nicht ideal, weil die Oberfläche dann trockener wird und der Sirup später schlechter einzieht.
Der richtige Sirup für Tulumbe
Der Sirup sollte süß, aromatisch und nicht zu dick sein. Wasser, Zucker und etwas Zitrone reichen für die klassische Variante aus. Die Zitrone sorgt für Frische und hilft, dass der Zucker nicht so leicht kristallisiert.
Besonders wichtig ist die Temperatur. Häufig werden warme Tulumbe in kalten oder gut abgekühlten Sirup gelegt. So zieht der Sirup besser ein, ohne dass die Tulumbe sofort zu weich werden. Wenn beides zu heiß ist, können sie schneller matschig wirken.
Wie lange müssen Tulumbe im Sirup ziehen?
Tulumbe brauchen Zeit, damit der Sirup bis ins Innere gelangt. Einige Minuten reichen für eine leichte Süße, aber für den typischen Geschmack sollten sie länger durchziehen. Je nach Größe und Konsistenz können sie nach dem Abkühlen noch saftiger werden.
Wichtig ist, sie nicht zu lange in zu viel Sirup liegen zu lassen, wenn man eine leicht knusprige Oberfläche behalten möchte. Wer sie besonders weich und saftig mag, kann sie länger ziehen lassen und gekühlt servieren.
Häufige Fehler bei Tulumbe
Ein häufiger Fehler ist ein zu flüssiger Teig. Dann behalten die Tulumbe beim Frittieren ihre Form nicht richtig. Auch zu wenig eingearbeitete Eier oder Klümpchen im Teig können dazu führen, dass die Struktur ungleichmäßig wird.
Ein weiterer Fehler ist falsche Öltemperatur. Zu heißes Öl bräunt die Oberfläche zu schnell, während das Innere noch nicht fertig ist. Zu kaltes Öl macht die Tulumbe fettig. Gleichmäßiges Frittieren ist deshalb entscheidend.
Auch der Sirup kann Probleme machen. Ist er zu dick, zieht er schlecht ein. Ist er zu heiß, werden die Tulumbe schnell weich. Ein aromatischer, abgekühlter Sirup ist für ein gutes Ergebnis meist die bessere Wahl.
Was passt zu Tulumbe?
Tulumbe werden klassisch als Dessert zu Kaffee, Tee oder nach einem herzhaften Essen serviert. Da sie süß und sirupgetränkt sind, passt ein kräftiger ungesüßter Kaffee besonders gut dazu.
Wer eine Auswahl traditioneller Balkan-Desserts servieren möchte, kann Tulumbe sehr gut mit Hurmašice, Baklava, Kadaif oder Tufahije kombinieren. So entsteht ein klassischer süßer Dessertteller.
Tulumbe aufbewahren
Tulumbe können im Kühlschrank aufbewahrt werden, am besten in einer gut verschlossenen Form mit etwas Sirup. Dadurch bleiben sie saftig und trocknen nicht aus. Frisch frittiert haben sie die beste Oberfläche, gekühlt schmecken sie aber ebenfalls sehr gut.
Wenn Tulumbe länger stehen, werden sie weicher. Das ist normal, weil der Sirup weiter einzieht. Wer eine festere Oberfläche bevorzugt, sollte sie nicht zu lange im Sirup liegen lassen und möglichst frisch servieren.
Kann man Tulumbe einfrieren?
Das Einfrieren ist möglich, aber nicht ideal. Durch Sirup und Frittieren verändert sich die Konsistenz nach dem Auftauen. Die Tulumbe können weicher werden und verlieren oft etwas von ihrer ursprünglichen Struktur.
Wenn man sie einfrieren möchte, funktioniert es besser, die frittierten Stücke möglichst ohne viel Sirup einzufrieren und später frisch mit Sirup zu tränken. Für den besten Geschmack sind frisch zubereitete Tulumbe aber klar die bessere Wahl.
Häufige Fragen zu Tulumbe
Warum werden Tulumbe fettig?
Meist ist das Öl zu kalt oder der Topf zu voll. Dann saugt der Teig mehr Fett auf, bevor die Oberfläche stabil wird.
Warum werden Tulumbe innen roh?
Das passiert oft bei zu heißem Öl. Außen bräunen sie schnell, während der Teig innen nicht vollständig durchgart.
Soll der Sirup kalt oder warm sein?
Häufig werden warme Tulumbe in kalten oder gut abgekühlten Sirup gelegt. So ziehen sie gleichmäßiger durch und werden nicht sofort matschig.
Wie lange halten sich Tulumbe?
Gut verschlossen und gekühlt halten sich Tulumbe einige Tage. Sie werden mit der Zeit weicher, weil der Sirup weiter einzieht.
Kann man Tulumbe ohne Spritzbeutel machen?
Ein Spritzbeutel mit Sterntülle ist ideal, weil er die typische Form erzeugt. Ohne Spritzbeutel ist die Form schwieriger, der Geschmack kann aber trotzdem gelingen.
