Fiš Paprikaš Rezept

Fiš-Paprikaš – Kroatischer Fischeintopf aus Slawonien und Baranja

Fiš-Paprikaš ist eines der charakteristischsten Gerichte der Flussküche Ostkroatiens. Besonders in Slawonien und Baranja wird der kräftig rote Fischeintopf aus mehreren Süßwasserfischen, Zwiebeln und reichlich gemahlener Paprika traditionell in einem Kessel über offenem Feuer gekocht.

Ein guter Fiš benötigt erstaunlich wenige Zutaten. Entscheidend sind vielmehr die Qualität der Fische, eine aromatische rote Paprika, das Verhältnis zwischen Wasser und Fisch sowie eine Kochweise, bei der die Fischstücke möglichst ganz bleiben. Deshalb wird der Kessel während des Garens normalerweise nicht mit einem Kochlöffel durchgerührt, sondern nur vorsichtig bewegt oder geschwenkt.

Für unser Rezept verwenden wir Karpfen, Wels und etwas Hecht. Diese Kombination verbindet fettreicheren Karpfen mit dem festen Fleisch des Welses und dem kräftigeren Aroma des Hechts. Dazu kommen Zwiebeln, süße und scharfe Paprika, Salz und Wasser – bewusst ohne Mehl, Fertigbrühe und Alkohol.

Wer statt eines konzentrierten Fischpaprikaschs eine gemüsereichere Suppe sucht, findet in unserer Riblja Čorba nach Balkan-Art eine deutlich andere Form der traditionellen Flussfischküche.

Fiš-Paprikaš mit Karpfen, Wels und Hecht

Kräftiger kroatischer Fiš-Paprikaš aus mehreren Süßwasserfischen, Zwiebeln sowie süßer und scharfer Paprika. Traditionell mit großen Fischstücken gekocht und mit breiten Eiernudeln serviert.
Vorbereitungszeit35 Minuten
Zubereitungszeit55 Minuten
Ruhezeit5 Minuten
Gesamtzeit1 Stunde 35 Minuten
Gericht: Hauptgericht
Küche: Balkan Küche, Kroatisch
Suchbegriff: Fiš mit Karpfen, Fiš mit Nudeln, Fiš mit Wels, Fiš Paprikaš Rezept, Fischgulasch kroatisch, Karpfen Paprikasch, kroatischer Fischeintopf, kroatischer Fischpaprikasch
Servings: 6 Portionen
Calories: 550kcal

Kochutensilien

  • Fischkessel/Kotlić oder breiter Kochtopf mit mindestens 6 Liter Volumen
  • Großes Schneidebrett
  • Scharfes Küchenmesser
  • Fischgrätenpinzette
  • Küchenwaage
  • Messbecher
  • Küchenmaschine oder sehr scharfes Messer für die Zwiebeln
  • großer Topf für die Nudeln
  • Sieb
  • Küchenzange oder Schaumlöffel
  • hitzebeständige Handschuhe bei Zubereitung über offenem Feuer

Zutaten

Für den Fiš-Paprikaš

  • 900 g Karpfen küchenfertig, in ca. 4–5 cm dicken Koteletts
  • 600 g Wels küchenfertig, in großen Stücken
  • 300 g Hecht küchenfertig, in großen Stücken
  • 350 g Zwiebeln
  • 1,8 l kaltes Wasser
  • 24 g Paprikapulver edelsüß
  • 8 g scharfes Paprikapulver
  • 26 g feines Salz

Zum Servieren

  • 300 g breite Eiernudeln
  • 4 l Wasser zum Kochen der Nudeln
  • 20 g Salz für das Nudelwasser

Anleitungen

Fisch vorbereiten

  • Die Fischstücke mit Küchenpapier trocken tupfen und sorgfältig auf lose oder leicht entfernbare Gräten kontrollieren.
  • Karpfen in ungefähr 4–5 cm dicke Koteletts schneiden lassen. Wels und Hecht in ähnlich große Stücke portionieren.
  • Sehr kleine Fischstücke vermeiden, da sie beim Kochen schneller zerfallen.

Zwiebeln vorbereiten

  • Zwiebeln schälen und sehr fein hacken oder kurz in der Küchenmaschine zerkleinern.
  • Die Zwiebeln sollen sehr fein sein, aber nicht zu flüssigem Zwiebelsaft püriert werden.

Fiš ansetzen

  • Die fein zerkleinerten Zwiebeln auf dem Boden des Fischkessels oder eines breiten Topfes verteilen.
  • Die Fischstücke vorsichtig darauflegen. Größere und festere Stücke möglichst nach unten beziehungsweise außen setzen.
  • 1,8 Liter kaltes Wasser angießen. Die Fischstücke sollen weitgehend von Flüssigkeit umgeben sein, aber nicht in einer unnötig großen Menge Wasser schwimmen.
  • Den Topf ohne Deckel bei kräftiger Hitze zum Kochen bringen.

Paprika und Salz zugeben

  • Sobald der Inhalt deutlich kocht, edelsüße Paprika, scharfe Paprika und Salz gleichmäßig über die Flüssigkeit geben.
  • Den Topf nicht mit einem Kochlöffel durchrühren.
  • Stattdessen den Topf vorsichtig an den Griffen bewegen oder leicht kreisförmig schwenken, damit sich die Gewürze verteilen.

Fiš kochen

  • Den Fiš offen bei lebhaftem, aber kontrolliertem Kochen 40–45 Minuten garen.
  • Während dieser Zeit den Topf zwei- bis dreimal vorsichtig bewegen, aber die Fischstücke nicht mit einem Kochlöffel wenden.
  • Falls bei offenem Feuer ungewöhnlich viel Flüssigkeit verdampft, nur wenig heißes Wasser am Rand nachgießen.
  • Gegen Ende prüfen, ob die Fischstücke vollständig gegart sind. Das Fleisch muss undurchsichtig sein und sich leicht von größeren Gräten lösen, darf aber noch nicht vollständig auseinanderfallen.
  • Den Topf vom Herd beziehungsweise vom Feuer nehmen und 5 Minuten ruhen lassen.

Nudeln kochen

  • Während der letzten 10–12 Minuten die breiten Eiernudeln nach Packungsangabe in reichlich Salzwasser bissfest kochen.
  • Nudeln abgießen und separat zum Fiš servieren.

Servieren

  • Zuerst etwas Nudeln in tiefe Teller geben.
  • Jeweils ein oder mehrere Fischstücke vorsichtig darauf beziehungsweise daneben setzen.
  • Großzügig roten Paprikasud darübergeben und sofort heiß servieren.

Notizen

  • Dieses Rezept folgt einer bewusst reduzierten slawonisch-baranjischen Fiš-Variante ohne Tomate, Mehl, Fertigbrühe und Alkohol.
  • Eine Mischung mehrerer Süßwasserfische ergibt einen komplexeren Geschmack als nur eine Sorte.
  • Hecht kann vollständig durch zusätzlichen Karpfen oder Wels ersetzt werden.
  • Besonders wichtig ist frisches, aromatisches Paprikapulver. Altes Pulver gibt weniger Farbe und kann flach schmecken.
  • Die angegebene Menge scharfer Paprika ergibt einen klar pikanten Fiš. Für eine mildere Version auf 4–5 g reduzieren.
  • Den Fiš nach Zugabe der Fische nicht mit einem Löffel umrühren.
  • Ein Kotlić über offenem Feuer benötigt wegen stärkerer Verdunstung möglicherweise etwas mehr Wasser als ein normaler Herd.
  • Offenes Feuer ausschließlich im Freien oder auf einer dafür vorgesehenen Feuerstelle verwenden.
  • Süßwasserfische sorgfältig auf Gräten kontrollieren. Besonders Karpfen und Hecht besitzen zahlreiche kleinere Gräten.
  • Für kleine Kinder oder Personen mit Schluckproblemen müssen Fischstücke vor dem Servieren besonders gründlich entgrätet werden.
  • Fisch vollständig durchgaren.
  • Reste rasch abkühlen, gekühlt lagern und möglichst innerhalb eines Tages verbrauchen.
  • Beim Aufwärmen nur langsam erhitzen und nicht stark rühren.
  • Nährwerte enthalten die angegebene Menge Eiernudeln. Je nach Knochenanteil und Fettgehalt der verwendeten Fische können die tatsächlichen Werte deutlich schwanken.

Was ist Fiš-Paprikaš?

Fiš-Paprikaš, häufig einfach nur Fiš genannt, ist ein kräftiges Gericht aus Süßwasserfisch, Zwiebeln, Wasser und gemahlener Paprika. Es gehört besonders zur Küche entlang von Donau und Drau und ist eng mit Slawonien und Baranja verbunden.

Anders als eine feine Fischsuppe enthält Fiš große Fischstücke. Das Kochwasser wird während des Garens durch Zwiebeln, Fischsaft und Paprika intensiv aromatisiert und erhält eine kräftige rote Farbe.

Die Konsistenz liegt zwischen Suppe und Eintopf. Ein guter Fiš besitzt ausreichend Flüssigkeit, um mit dem Löffel gegessen zu werden, soll aber deutlich konzentrierter und kräftiger schmecken als eine leichte Fischbrühe.

Woher kommt Fiš-Paprikaš?

Besonders stark ist Fiš mit dem pannonischen Osten Kroatiens verbunden. Slawonien und Baranja besitzen eine lange Tradition der Süßwasserfischerei an Donau, Drau und ihren Nebenarmen.

In einer Region, in der Karpfen, Wels und Hecht leicht verfügbar waren, entwickelte sich eine ausgeprägte Küche rund um Flussfische. Neben Fiš gehören dazu beispielsweise Karpfen vom offenen Feuer und verschiedene Fischperkelt-Gerichte.

Fiš wird bis heute häufig in großen Kesseln im Freien gekocht. Das Gericht ist außerdem Mittelpunkt zahlreicher sogenannter Fišijadas, bei denen Köche gegeneinander antreten und ihre eigene Interpretation des Fischpaprikaschs zubereiten.

Wie unterschiedlich die kroatische Küche von Region zu Region sein kann, zeigt auch der größere Überblick über die Balkanküche und ihre regionalen Traditionen. Während Slawonien und Baranja stark von Flussfisch, Paprika und pannonischer Küche geprägt sind, besitzt die Adriaküste ein deutlich mediterraneres kulinarisches Profil.

Einen ganz anderen Teil der kroatischen Küche zeigt die dalmatinische Peka mit Kalbfleisch und Kartoffeln. Während Fiš-Paprikaš zur pannonischen Flussküche Ostkroatiens gehört, steht die Peka für das langsame Garen unter einer mit Glut bedeckten Metallglocke im dalmatinischen Raum.

Gibt es ein einziges Originalrezept für Fiš-Paprikaš?

Nein. Gerade bei Fiš wäre die Behauptung einer einzigen verbindlichen Rezeptur irreführend.

Familien, Fischer und Wettbewerbsköche unterscheiden sich unter anderem bei der Fischmischung, der Menge und Schärfe der Paprika, dem Verhältnis von Wasser und Fisch sowie bei zusätzlichen Zutaten.

Manche Rezepte enthalten Tomate, andere verzichten vollständig darauf. Auch Wein kommt in manchen modernen oder familiären Varianten vor, gehört aber nicht zwingend zur Grundstruktur des Gerichts.

Unsere Version orientiert sich bewusst an einer reduzierten baranjsko-slawonischen Form: Fisch, Zwiebeln, Wasser, Salz sowie süße und scharfe rote Paprika.

Welche Fische gehören in Fiš-Paprikaš?

Traditionell wird Fiš besonders gerne aus mehreren Arten von Süßwasserfisch gekocht. Dadurch entsteht ein komplexerer Geschmack als bei einem Gericht aus nur einer Fischart.

Karpfen

Karpfen bildet häufig die Grundlage. Sein höherer Fettgehalt gibt dem Kochsud Körper und einen typischen kräftigen Flussfischgeschmack.

Wels

Wels besitzt festes, fleischiges Fischfleisch und vergleichsweise wenige feine Gräten. Er ergänzt den weicheren Karpfen sehr gut und macht den Fiš auch für viele Einsteiger angenehmer zu essen.

Hecht

Hecht ist magerer und aromatisch kräftig. Wegen seiner zahlreichen feinen Gräten und seines markanten Geschmacks wird er häufig nur in kleinerem Anteil verwendet.

Für sechs Portionen verwenden wir deshalb 900 Gramm Karpfen, 600 Gramm Wels und 300 Gramm Hecht. Ist Hecht schwer erhältlich, kann sein Anteil durch zusätzlichen Karpfen oder Wels ersetzt werden.

Muss Fiš aus mehreren Fischarten bestehen?

Eine Mischung mehrerer Fische ist besonders typisch und geschmacklich interessant, aber ein Fiš kann auch mit weniger Fischarten gelingen.

Wenn nur eine Sorte verfügbar ist, eignet sich Karpfen am besten als Grundlage. Eine Kombination aus Karpfen und Wels ist für den Haushalt besonders praktisch, weil beide Fische unterschiedliche Texturen mitbringen.

Entscheidender als eine starre Zahl an Fischarten ist, dass geeignete Süßwasserfische verwendet und in ausreichend großen Stücken gegart werden.

Warum werden die Fischstücke so groß geschnitten?

Fiš wird nicht aus kleinen Fischwürfeln gekocht. Karpfen wird klassisch in dicke Koteletts beziehungsweise Scheiben geschnitten, während Wels und Hecht ebenfalls in große Stücke portioniert werden.

Während der relativ kräftigen Kochweise werden kleine Stücke schnell trocken oder zerfallen vollständig. Dicke Stücke können dagegen Geschmack an den Sud abgeben und trotzdem ihre Form behalten.

Ideal sind ungefähr vier bis fünf Zentimeter dicke Fischstücke.

Warum kommt so viel Paprika in Fiš?

Gemahlene rote Paprika ist kein nebensächliches Gewürz, sondern einer der Hauptbestandteile des Gerichts.

Sie bestimmt Farbe, Aroma und Schärfe. Besonders in Baranja besitzt hochwertige gemahlene Paprika einen hohen kulinarischen Stellenwert.

Für unseren Fiš verwenden wir sowohl edelsüße als auch scharfe Paprika. Die scharfe Menge kann etwas reduziert werden, ganz mild sollte ein klassischer Fiš jedoch nicht schmecken.

Wie scharf soll Fiš-Paprikaš sein?

Fiš darf deutlich pikant sein. Wie scharf genau, unterscheidet sich allerdings stark zwischen Familien und einzelnen Köchen.

Unser Verhältnis von 24 Gramm edelsüßer zu 8 Gramm scharfer Paprika ergibt einen spürbar pikanten, aber noch ausgewogenen Fiš.

Wer empfindlich auf Schärfe reagiert, kann die scharfe Paprika auf vier bis fünf Gramm reduzieren. Sie vollständig wegzulassen verändert den typischen Charakter stärker.

Kommt Tomate in Fiš-Paprikaš?

Das ist eine der Fragen, bei denen regionale und familiäre Rezepte auseinandergehen.

Viele Rezepte enthalten passierte Tomaten, Tomatensaft oder eine kleine Menge Tomatenkonzentrat. Andere traditionelle Formen kommen vollständig ohne Tomate aus und erzeugen ihre rote Farbe ausschließlich durch Paprikapulver.

Unsere Version enthält bewusst keine Tomate. Dadurch bleiben Fisch, Zwiebeln und Paprika geschmacklich klar im Vordergrund.

Kommt Knoblauch in Fiš?

Knoblauch findet sich in einigen Varianten, ist aber nicht notwendig. In der reduzierten baranjsko-slawonischen Form reicht Zwiebel als aromatische Grundlage.

Deshalb verwenden wir in diesem Rezept keinen Knoblauch.

Braucht Fiš eine Mehlschwitze?

Nein. Mehl oder eine klassische Mehlschwitze sind für Fiš nicht notwendig.

Die Flüssigkeit erhält ihren Körper durch sehr fein zerkleinerte Zwiebeln, Fischbestandteile und die große Menge gemahlener Paprika.

Würde zusätzlich Mehl verwendet, entstünde eine andere, schwerere Sauce und der klare Charakter des Fischpaprikaschs würde verloren gehen.

Warum werden die Zwiebeln so fein zerkleinert?

Die Zwiebeln sollen während des Kochens weitgehend in der Flüssigkeit verschwinden. Sie geben Süße und Körper, ohne als große Zwiebelstücke im fertigen Gericht aufzufallen.

Am einfachsten werden sie sehr fein gehackt oder kurz in einer Küchenmaschine zerkleinert. Sie sollten jedoch nicht so lange gemixt werden, dass ein dünner Zwiebelsaft entsteht.

Muss man die Zwiebeln vorher anbraten?

Nicht unbedingt. Viele Haushaltsrezepte dünsten Zwiebeln zunächst in etwas Fett an. Bei traditionellen Kesselvarianten werden fein zerkleinerte Zwiebeln jedoch häufig direkt mit Fisch und Wasser gekocht.

Genau diese Methode verwenden wir hier. Dadurch benötigt das Gericht kein zusätzliches Öl und bleibt näher an einer klassischen Kesselzubereitung.

Warum darf Fiš nicht ständig umgerührt werden?

Sobald die Fischstücke gar werden, sind sie empfindlich. Ein Kochlöffel würde insbesondere Karpfen und Hecht leicht zerbrechen.

Der Kessel oder Topf wird deshalb nur vorsichtig an den Griffen bewegt beziehungsweise leicht kreisförmig geschwenkt. Dadurch verteilt sich die Flüssigkeit, ohne die Fischstücke mechanisch zu beschädigen.

Bei einem schweren Haushaltstopf genügt es, ihn während des Kochens zwei- bis dreimal sehr vorsichtig zu rütteln.

Warum wird Fiš traditionell im Kotlić gekocht?

Ein Kotlić ist ein Kessel, der über offenem Feuer hängt. Die Hitze lässt sich durch Abstand zum Feuer, Holzmenge und Position des Kessels regulieren.

Durch das offene Feuer verdampft mehr Flüssigkeit als auf einem modernen Herd. Gleichzeitig kocht der Fiš relativ lebhaft, wodurch sich Zwiebeln und Paprika mit dem Fischsaft verbinden.

Ein normaler breiter Kochtopf kann diese Zubereitung zu Hause gut nachbilden. Entscheidend ist, dass der Topf ausreichend groß ist und die Fischstücke möglichst nebeneinander statt in vielen engen Schichten liegen.

Fiš-Paprikaš auf dem Herd – funktioniert das?

Ja. Für den Geschmack ist gutes Ausgangsmaterial wichtiger als ein dekorativer Kessel.

Zu Hause eignet sich ein breiter Topf mit mindestens sechs Litern Volumen. Nach dem Aufkochen wird der Fiš kräftig, aber kontrolliert weitergekocht.

Der Topf bleibt dabei offen, damit ein Teil der Flüssigkeit verdampfen und der Geschmack konzentrierter werden kann.

Wie lange muss Fiš kochen?

Sehr langes Kochen ist kein Qualitätsmerkmal. Fisch benötigt deutlich weniger Zeit als Fleisch.

Nachdem der Topfinhalt aufgekocht hat und Paprika sowie Salz zugegeben wurden, reichen für große Fischstücke ungefähr 40 bis 45 Minuten.

Wird deutlich länger gekocht, steigt das Risiko, dass Fischfleisch trocken wird oder sich vollständig von den Gräten löst.

Wie erkennt man, dass der Fisch gar ist?

Das Fleisch muss vollständig undurchsichtig sein und sich leicht von größeren Gräten lösen. Im Inneren dürfen keine glasigen oder rohen Stellen mehr vorhanden sein.

Gleichzeitig sollten die Stücke ihre Form noch weitgehend behalten.

Besonders bei Karpfen und Hecht muss beim Essen weiterhin auf kleinere Gräten geachtet werden.

Fiš-Paprikaš oder Riblja Čorba – was ist der Unterschied?

Beide Gerichte gehören zur Flussfischküche des Balkans und können auf den ersten Blick ähnlich wirken. Ihre Struktur ist jedoch unterschiedlich.

Fiš-Paprikaš konzentriert sich auf große Fischstücke, Zwiebeln, Wasser und viel gemahlene Paprika. Weitere Gemüsezutaten spielen eine deutlich kleinere Rolle.

Riblja Čorba kann dagegen mehr Brühe, Tomaten, Wurzelgemüse und weitere aromatische Bestandteile enthalten und besitzt insgesamt stärker den Charakter einer Fischsuppe.

Unser Rezept für Riblja Čorba verwendet deshalb bewusst eine andere Kochtechnik und Zutatenstruktur.

Ist Fiš-Paprikaš dasselbe wie Halászlé?

Fiš-Paprikaš und die ungarische Halászlé gehören zum selben pannonischen kulinarischen Raum und besitzen deutliche Gemeinsamkeiten: Süßwasserfisch, Zwiebeln, rote Paprika und Kesselzubereitung spielen bei beiden eine zentrale Rolle.

Trotzdem sollten die Namen nicht einfach gleichgesetzt werden. Zwischen ungarischen Regionen sowie Slawonien und Baranja bestehen unterschiedliche lokale Traditionen, Fischmischungen, Schärfegrade und Servierweisen.

Für diesen Artikel verwenden wir deshalb bewusst den kroatischen regionalen Namen Fiš-Paprikaš.

Welche Nudeln passen zu Fiš-Paprikaš?

In Slawonien und Baranja wird Fiš sehr häufig mit breiten Eiernudeln beziehungsweise hausgemachten Rezanci serviert.

Die Nudeln werden separat in Salzwasser gekocht und erst auf dem Teller mit dem roten Fischsud kombiniert. So bleiben sowohl Fisch als auch Nudeln besser kontrollierbar.

Für sechs Portionen reichen ungefähr 300 Gramm trockene breite Eiernudeln.

Werden die Nudeln direkt im Fiš gekocht?

Das ist möglich, aber für unsere Version nicht empfehlenswert. Direkt im Kessel gegarte Nudeln geben Stärke an die Flüssigkeit ab und erschweren gleichzeitig den Umgang mit empfindlichen Fischstücken.

Separat gekochte Nudeln ermöglichen außerdem jedem Gast selbst zu entscheiden, wie viel Sauce und wie viele Nudeln er auf dem Teller möchte.

Was serviert man noch zu Fiš?

Neben breiten Nudeln braucht Fiš kaum weitere Beilagen. Frisches Weißbrot kann dazu gereicht werden, besonders wenn keine Nudeln verwendet werden.

Schwere Saucen, Rahm oder Käse würden den Geschmack des Fischpaprikaschs unnötig überdecken.

Kann man Fiš am nächsten Tag aufwärmen?

Grundsätzlich ja, aber frisch gekochter Fiš besitzt die beste Fischstruktur.

Reste sollten nach dem Essen rasch abgekühlt und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Beim erneuten Erwärmen wird der Topf langsam erhitzt und möglichst nicht gerührt.

Die Fischstücke werden beim zweiten Erhitzen weicher und können leichter zerfallen. Deshalb sollte nur die tatsächlich benötigte Menge aufgewärmt werden.

Kann man Fiš einfrieren?

Technisch lässt sich Fischpaprikasch einfrieren, qualitativ ist es jedoch nicht ideal. Gegarter Fisch verliert nach dem Auftauen häufig einen Teil seiner festen Struktur.

Besonders Karpfen kann danach deutlich weicher und brüchiger wirken. Für ein Gericht, dessen Reiz gerade in großen ganzen Fischstücken liegt, ist frische Zubereitung daher die bessere Wahl.

Die häufigsten Fehler beim Fiš-Paprikaš

  • Nur sehr kleine Fischstücke: Sie zerfallen während des Kochens zu schnell.
  • Zu wenig Paprika: Fiš darf nicht wie eine blasse Fischsuppe aussehen oder schmecken.
  • Altes Paprikapulver: Paprika verliert bei langer Lagerung Farbe und Aroma.
  • Ständiges Umrühren: Dadurch zerfallen die Fischstücke.
  • Zu langes Kochen: Fisch wird trocken und löst sich von den Gräten.
  • Zu viel Gemüse: Karotten, Sellerie und andere Suppengemüse verschieben das Gericht in Richtung Riblja Čorba.
  • Mehl zum Andicken: Ein guter Fiš benötigt keine Mehlschwitze.
  • Zu wenig Schärfe: Ein vollständig milder Fiš verliert einen Teil seines typischen Charakters.

Warum Fiš-Paprikaš mehr als nur Fischsuppe ist

Fiš-Paprikaš zeigt besonders gut, wie stark ein Gericht mit einer Landschaft verbunden sein kann. Ohne die großen Flüsse, die Fischerei und die Paprikatradition Slawoniens und Baranjas wäre diese Küche kaum in derselben Form entstanden.

Auch die Art des Kochens gehört dazu. Ein Kessel über offenem Feuer, mehrere Fischarten und eine kräftige rote Paprika ergeben ein Gericht, bei dem wenige Zutaten sehr präzise behandelt werden müssen.

Gerade deshalb sollte Fiš nicht mit zusätzlichen Zutaten komplizierter gemacht werden als nötig. Gute Süßwasserfische, Zwiebeln, Wasser und hochwertige Paprika reichen aus, um den typischen Geschmack dieses ostkroatischen Klassikers zu erzeugen.

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