Sutlijaš Rezept – bosnischer Milchreis mit Zimt

Sutlijaš Rezept – bosnischer Milchreis mit Zimt

Sutlijaš ist ein traditioneller Milchreis aus Bosnien und anderen Teilen des Balkans. Aus wenigen einfachen Zutaten – Rundkornreis, Milch, etwas Wasser und Zucker – entsteht ein cremiges Dessert, das warm ebenso gut schmeckt wie vollständig ausgekühlt.

Für unsere BalkanKueche-Version wird der Reis zunächst kurz in wenig Wasser vorgekocht und anschließend langsam in Vollmilch fertig gegart. Dadurch wird er weich, ohne dass die Milch während der gesamten Kochzeit stark erhitzt werden muss. Zucker kommt erst gegen Ende hinzu, wenn der Reis bereits fast vollständig gegart ist.

Die fertige Sutlijaš wird noch relativ weich und cremig in kleine Schalen gefüllt. Beim Abkühlen nimmt der Reis weitere Flüssigkeit auf und das Dessert wird deutlich fester. Zum Servieren genügt etwas gemahlener Zimt.

Weitere traditionelle Kuchen und Süßspeisen aus Bosnien und dem übrigen ehemaligen Jugoslawien finden Sie in unserem Überblick über Balkan-Desserts und traditionelle Süßspeisen.

Sutlijaš – bosnischer Milchreis mit Zimt

Traditioneller bosnischer Sutlijaš aus Rundkornreis, Vollmilch und Zucker. Der Reis wird zunächst in wenig Wasser vorgekocht, anschließend langsam in Milch cremig gegart und nach dem Abkühlen mit Zimt serviert.
Vorbereitungszeit5 Minuten
Zubereitungszeit35 Minuten
Kühlzeit2 Stunden
Gesamtzeit2 Stunden 40 Minuten
Gericht: Dessert
Küche: Balkan Küche, Bosnisch
Keyword: Balkan Milchreis, bosnischer Milchreis, Milchreis mit Zimt, Sutlija Rezept, Sutlijaš Rezept
Servings: 6 Portionen
Calories: 245kcal

Kochutensilien

  • Küchenwaage
  • Messbecher
  • Mittelgroßer Topf mit dickem Boden
  • Feines Sieb
  • Holzlöffel oder Silikonspatel
  • 6 Dessertschalen

Zutaten

Für den Sutlijaš

  • 120 g Rundkornreis / Milchreis
  • 120 ml Wasser
  • 1 l Vollmilch 3,5 % Fett
  • 90 g Zucker
  • 8 g Vanillezucker
  • 2 g feines Salz

Zum Servieren

  • 2 g gemahlener Zimt

Anleitungen

Reis vorkochen

  • Den Rundkornreis kurz unter kaltem Wasser abspülen und gut abtropfen lassen.
  • Reis, 120 ml Wasser und Salz in einen Topf mit möglichst dickem Boden geben.
  • Einmal aufkochen und anschließend bei niedriger bis mittlerer Hitze ungefähr 7–8 Minuten sanft köcheln lassen.
  • Regelmäßig umrühren, bis das Wasser weitgehend vom Reis aufgenommen wurde. Der Reis muss zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig weich sein.

In Milch fertig garen

  • Die Vollmilch separat kurz erwärmen, bis sie deutlich warm, aber nicht kochend ist.
  • Zunächst ungefähr 750 ml der warmen Milch zum vorgekochten Reis geben.
  • Unter regelmäßigem Rühren bei niedriger Hitze 15 Minuten sanft köcheln lassen.
  • Die restlichen 250 ml Milch hinzufügen.
  • Weitere ungefähr 7–10 Minuten kochen und zunehmend häufiger umrühren.
  • Ein Reiskorn probieren. Es soll vollständig weich sein und keinen festen Kern mehr besitzen.

Süßen und fertig kochen

  • Zucker und Vanillezucker hinzufügen.
  • Unter ständigem Rühren weitere 3–5 Minuten sanft köcheln lassen.
  • Den Topf vom Herd nehmen, sobald die Mischung cremig, aber noch deutlich weich und leicht fließend ist.
  • Sutlijaš nicht bis zu einer festen Puddingkonsistenz einkochen, da der Reis beim Abkühlen weitere Flüssigkeit aufnimmt.

Abfüllen und kühlen

  • Den heißen Sutlijaš gleichmäßig auf 6 Dessertschalen verteilen.
  • Ungefähr 20–30 Minuten bei Raumtemperatur ausdampfen lassen.
  • Anschließend abgedeckt für ungefähr 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  • Kurz vor dem Servieren gleichmäßig mit insgesamt etwa 2 g gemahlenem Zimt bestäuben.
  • Alternativ kann der Sutlijaš nach kurzem Abkühlen auch warm serviert werden.

Notizen

  • Für dieses Rezept Rundkornreis beziehungsweise Milchreis verwenden.
  • Der Reis wird bewusst zuerst in einer kleinen Menge Wasser vorgekocht.
  • Die Hauptversion enthält keine Speisestärke, kein Mehl, keine Eier, Butter oder Sahne.
  • Varianten mit Stärke oder Mehl sind ebenfalls auf dem Balkan bekannt und ergeben eine puddingartigere Konsistenz.
  • Den Reis nur kurz abspülen. Sehr gründliches Auswaschen reduziert einen Teil der oberflächlichen Stärke.
  • Nach Zugabe der Milch nur bei niedriger Hitze kochen.
  • Besonders gegen Ende regelmäßig bis über den Topfboden rühren.
  • Zucker erst hinzufügen, wenn der Reis bereits weich ist.
  • Heißer Sutlijaš soll noch etwas dünner wirken als das gewünschte kalte Ergebnis.
  • Beim Abkühlen dickt das Dessert deutlich nach.
  • Zimt ist die festgelegte Garnitur dieses Rezepts.
  • Gemahlene Walnüsse, geriebene Schokolade und andere Toppings gehören zu bekannten Varianten, aber nicht zur Hauptrezeptur.
  • Sutlijaš kann warm oder kalt serviert werden.
  • Vollständig abgekühlte Reste abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren.
  • Die Kalorienangabe basiert auf der vollständigen Zutatenmenge und sechs gleich großen Portionen.

Was ist Sutlijaš?

Sutlijaš ist ein süßer Reisbrei beziehungsweise Milchreis, der in Bosnien und Herzegowina sowie in verschiedenen anderen Balkanländern bekannt ist. Die Grundidee ist ausgesprochen einfach: Reis wird weich gekocht und anschließend mit Milch und Zucker zu einer cremigen Süßspeise verbunden.

Je nach Familie kann die Konsistenz von relativ weich und milchig bis deutlich puddingartiger reichen. Auch bei den zusätzlichen Aromen gibt es Unterschiede. Besonders verbreitet sind Vanille und Zimt, daneben findet man Varianten mit gemahlenen Nüssen, geriebener Schokolade oder anderen Zutaten.

Unser Hauptrezept bleibt bewusst schlicht und konzentriert sich auf Reis, Milch, Zucker, Vanille und Zimt.

Sutlija oder Sutlijaš – wie heißt das Dessert richtig?

Beide Bezeichnungen werden verwendet. In Bosnien und Herzegowina begegnet man sowohl Sutlija als auch Sutlijaš, während sich Schreibweise und Aussprache in anderen Ländern der Region ebenfalls unterscheiden können.

Für deutschsprachige Leser verwenden wir im Titel die Form Sutlijaš, weil sie sich gut mit dem erklärenden Begriff „bosnischer Milchreis“ verbinden lässt.

Wer ohne Sonderzeichen sucht, findet dasselbe Dessert außerdem häufig unter der Schreibweise Sutlijas.

Woher kommt der Name Sutlijaš?

Der Name gehört zu jener Gruppe von kulinarischen Begriffen, die während der osmanischen Zeit in die Sprachen des Balkans gelangten. Sprachlich ist er mit türkischen Bezeichnungen für Milchspeisen beziehungsweise Milchreis verwandt.

Für das heutige Rezept ist diese Herkunft vor allem deshalb interessant, weil ähnliche Reis-Milch-Desserts in zahlreichen Küchen des ehemaligen osmanischen Raums vorkommen.

Die bosnische Sutlijaš hat sich dabei längst als eigenständiger Bestandteil der häuslichen Küche etabliert.

Welche Sutlijaš-Version machen wir in diesem Rezept?

Unsere Version orientiert sich an einer einfachen bosnischen Hauszubereitung.

Der Rundkornreis wird zunächst mit einer kleinen Menge Wasser gekocht. Sobald das Wasser weitgehend aufgenommen ist, kommt warme Vollmilch hinzu und der Reis gart langsam weiter.

Erst wenn die Körner weich sind, werden Zucker und Vanillezucker eingerührt. Zum Schluss wird der Sutlijaš in Portionsschalen gefüllt und mit Zimt serviert.

Es kommen weder Speisestärke noch Mehl, Eier, Butter oder Sahne in die Hauptrezeptur.

Warum wird der Reis zuerst in Wasser gekocht?

Das Vorkochen in wenig Wasser ist in vielen Balkan-Hausrezepten eine praktische Methode.

Der Reis beginnt bereits weich zu werden, bevor größere Mengen Milch in den Topf kommen. Dadurch verkürzt sich die Zeit, in der Milch direkt auf dem heißen Topfboden steht und anbrennen kann.

Das Wasser wird nicht später abgegossen. Der Reis nimmt es während der ersten Kochphase nahezu vollständig auf.

Kann man Sutlijaš direkt in Milch kochen?

Grundsätzlich ja. Milchreis kann vollständig in Milch gegart werden.

Das ist jedoch nicht die Methode unserer Hauptversion. Wir kochen den Reis zunächst kurz mit Wasser vor und geben anschließend die Milch hinzu.

Beide Methoden können funktionieren. Für ein reproduzierbares WPRM-Rezept verwenden wir jedoch nur eine klar festgelegte Technik.

Welcher Reis eignet sich für Sutlijaš?

Am besten eignet sich Rundkornreis beziehungsweise Milchreis. Die Körner enthalten ausreichend Stärke und werden während des langsamen Kochens weich und cremig.

Langkornreis wie Basmati oder Jasminreis bleibt wesentlich lockerer und ergibt deshalb eine andere Konsistenz.

Für dieses Rezept verwenden wir 120 Gramm handelsüblichen Milchreis.

Muss man den Reis vorher waschen?

Der Reis wird in diesem Rezept nur kurz unter kaltem Wasser abgespült.

Eine sehr intensive Wäsche, bis das Wasser vollkommen klar ist, entfernt einen größeren Teil der oberflächlichen Stärke. Gerade diese Stärke unterstützt jedoch die natürliche Cremigkeit des Desserts.

Deshalb genügt es, den Reis kurz abzuspülen und anschließend gut abtropfen zu lassen.

Warum verwenden wir Vollmilch?

Vollmilch mit etwa 3,5 Prozent Fett ergibt einen runderen Geschmack und eine angenehmere Konsistenz als sehr fettarme Milch.

Für die klassische Version braucht man dadurch weder Sahne noch Butter, um das Dessert cremig wirken zu lassen.

Sehr stark fettreduzierte oder pflanzliche Getränke verändern Geschmack und Konsistenz und gehören deshalb nicht zur festgelegten Hauptrezeptur.

Wie viel Milch braucht Sutlijaš?

Für 120 Gramm Rundkornreis verwenden wir in diesem Rezept einen Liter Vollmilch sowie 120 Milliliter Wasser zum Vorkochen.

Das Verhältnis ergibt einen Sutlijaš, der beim Abfüllen noch deutlich cremig und weich ist.

Das ist wichtig, weil der Reis während des Abkühlens weiter Flüssigkeit bindet. Würde man ihn bereits im Topf sehr dick kochen, könnte das kalte Dessert später kompakt und trocken wirken.

Wann kommt der Zucker in Sutlijaš?

Der Zucker wird erst hinzugefügt, wenn der Reis bereits weich beziehungsweise fast vollständig gegart ist.

Dadurch kann der Reis zunächst ungestört Flüssigkeit aufnehmen und weich werden.

Nach Zugabe des Zuckers benötigt der Sutlijaš nur noch wenige Minuten, bis sich alles vollständig verbunden hat.

Wie süß sollte Sutlijaš sein?

Dieses Rezept verwendet 90 Gramm Zucker auf einen Liter Milch und 120 Gramm Reis.

Damit bleibt das Dessert deutlich süß, ohne dass Zucker den milden Milch- und Reisgeschmack vollständig überdeckt.

Zusätzlich kommen acht Gramm Vanillezucker hinzu.

Die Hauptrezeptur wird nicht mit nachträglichen Mengen „nach Geschmack“ verändert, damit die Nährwerte und das Ergebnis reproduzierbar bleiben.

Braucht Sutlijaš Vanille?

Vanille ist nicht für jede historische oder familiäre Version zwingend erforderlich, heute aber in zahlreichen Sutlijaš-Rezepten verbreitet.

In unserer Version verwenden wir eine kleine Menge Vanillezucker.

Das Aroma soll im Hintergrund bleiben und nicht aus dem einfachen Milchreis einen starken Vanillepudding machen.

Warum kommt eine Prise Salz hinein?

Eine kleine Menge Salz macht den Sutlijaš nicht salzig.

Sie unterstützt vielmehr die Wahrnehmung von Milch, Vanille und Süße.

Für die gesamte Rezeptmenge reichen zwei Gramm Salz aus.

Braucht Sutlijaš Speisestärke oder Mehl?

Nicht zwingend.

Es gibt Balkan-Hausrezepte, bei denen die Flüssigkeit am Ende mit Speisestärke oder etwas Mehl zusätzlich gebunden wird. Dadurch entsteht eine deutlich puddingartigere Konsistenz.

Andere Versionen verlassen sich ausschließlich auf die Stärke des Rundkornreises und auf langsames Einkochen.

Unsere Hauptversion gehört zur zweiten Gruppe. Sie enthält keine zusätzliche Stärke und kein Mehl.

Ist Sutlijaš dasselbe wie deutscher Milchreis?

Die beiden Desserts sind eng verwandt. Beide bestehen im Kern aus Reis, Milch und Zucker.

Eine starre technische Grenze gibt es nicht, weil auch Milchreis innerhalb Deutschlands unterschiedlich zubereitet wird und Sutlijaš auf dem Balkan zahlreiche Familienvarianten besitzt.

Typisch für viele Sutlijaš-Rezepte ist jedoch, dass der Reis zunächst in etwas Wasser vorgekocht und anschließend mit Milch fertig gegart wird. Außerdem wird er häufig direkt in kleinen Schalen serviert und warm oder kalt gegessen.

Der originale regionale Name ist deshalb kulinarisch sinnvoller als Sutlijaš einfach vollständig in „Milchreis“ umzubenennen.

Ist Sutlijaš dasselbe wie türkischer Sütlaç?

Sutlijaš und türkischer Sütlaç gehören zur selben größeren Familie von Reis-Milch-Desserts und ihre Namen sind sprachlich miteinander verwandt.

Heute sollte man daraus jedoch nicht ableiten, dass jede bosnische Sutlijaš exakt wie jeder türkische Sütlaç zubereitet wird.

Beim türkischen Sütlaç gibt es beispielsweise auch bekannte Ofenversionen mit gebräunter Oberfläche. Unsere bosnische Sutlijaš wird ausschließlich im Topf gekocht und nicht überbacken.

Welche Konsistenz muss Sutlijaš haben?

Direkt aus dem Topf soll Sutlijaš cremig, weich und noch leicht fließend sein.

Wenn man mit einem Löffel durch die Masse zieht, fließt sie langsam wieder zusammen. Sie sollte nicht wie ein fester Pudding stehen.

Beim Abkühlen quellen die Reiskörner weiter und die freie Flüssigkeit wird deutlich geringer.

Deshalb ist es ein Fehler, Sutlijaš auf dem Herd bereits auf die gewünschte kalte Endkonsistenz einzukochen.

Warum wird Sutlijaš beim Abkühlen dicker?

Rundkornreis nimmt auch nach dem eigentlichen Kochen noch Flüssigkeit auf.

Gleichzeitig stabilisiert sich die in die Milch abgegebene Reisstärke.

Ein Sutlijaš, der heiß fast etwas zu weich wirkt, kann nach zwei Stunden Kühlzeit genau richtig sein.

Wie verhindert man, dass Sutlijaš anbrennt?

Milch und Reis sollten nach Zugabe der Milch nur bei niedriger bis mittlerer Hitze köcheln.

Verwenden Sie möglichst einen Topf mit dickem Boden und rühren Sie regelmäßig bis auf den Boden.

Gegen Ende des Kochens muss häufiger gerührt werden, weil die Mischung zunehmend dickflüssig wird.

Zu hohe Hitze beschleunigt die Zubereitung kaum, erhöht aber deutlich das Risiko für angebrannte Milch.

Warum klebt der Reis am Topfboden?

Häufig ist die Temperatur zu hoch oder die Mischung wurde über längere Zeit nicht gerührt.

Besonders nach Zugabe der Milch und später des Zuckers sollte der Topfboden regelmäßig mit einem Holz- oder Silikonlöffel vollständig erreicht werden.

Hat sich bereits eine angebrannte Schicht gebildet, sollte sie nicht vom Boden in den restlichen Sutlijaš eingerührt werden.

Wie lange wird Sutlijaš gekocht?

Die gesamte Kochzeit liegt bei unserer Rezeptur bei ungefähr 35 Minuten.

Der Reis wird zuerst etwa sieben bis acht Minuten in Wasser vorgekocht und anschließend ungefähr 20 bis 25 Minuten mit Milch gegart.

Nach Zugabe von Zucker und Vanille benötigt die Mischung weitere drei bis fünf Minuten.

Entscheidend bleibt jedoch die Konsistenz des Reises: Die Körner müssen vollständig weich sein.

Warum bleibt der Reis manchmal hart?

Die häufigste Ursache ist eine zu kurze Kochzeit.

Auch verschiedene Rundkornreissorten benötigen unterschiedlich lange, bis der Kern vollständig weich wird.

Deshalb sollte man vor Zugabe des Zuckers ein Reiskorn probieren. Es darf im Zentrum keinen festen, kreidigen Kern mehr besitzen.

Warum wird Sutlijaš zu dick?

Meist wurde er zu lange eingekocht oder mit zu viel Reis zubereitet.

Besonders nach dem Abkühlen kann eine ursprünglich cremige Masse sehr fest werden.

Deshalb nehmen wir den Sutlijaš vom Herd, solange noch sichtbar Milch zwischen den weichen Reiskörnern vorhanden ist.

Warum wird Sutlijaš zu dünn?

Ein heißer Sutlijaš darf zunächst relativ weich sein.

Wenn er jedoch auch nach vollständigem Abkühlen nahezu flüssig bleibt, wurde möglicherweise zu wenig Reis verwendet oder die Kochzeit war zu kurz.

Mit der festgelegten Menge von 120 Gramm Rundkornreis auf einen Liter Milch stabilisiert sich die Konsistenz beim Abkühlen deutlich.

Warum bekommt Sutlijaš eine Haut?

Wie bei anderen warmen Milchspeisen kann sich beim Abkühlen an der Oberfläche eine dünne Haut bilden.

Wer das vermeiden möchte, kann die Portionsschalen während des Abkühlens locker abdecken, sobald kein starker Dampf mehr aufsteigt.

Andere mögen gerade diese leicht festere Oberfläche und lassen die Schalen bewusst offen auskühlen.

Wann kommt der Zimt auf Sutlijaš?

Zimt kann direkt nach dem Einfüllen oder erst kurz vor dem Servieren aufgestreut werden.

Für eine saubere Optik geben wir ihn erst auf den abgekühlten beziehungsweise servierfertigen Sutlijaš.

Eine kleine Menge reicht aus. Der Zimt soll den milden Milchreis aromatisch ergänzen und nicht vollständig überdecken.

Kann man Sutlijaš mit Schokolade servieren?

Ja. Geriebene Schokolade beziehungsweise Kakao gehört zu bekannten modernen und familiären Serviervarianten.

Auch gemahlene Walnüsse werden gelegentlich darübergegeben.

In unserer Hauptversion bleibt jedoch Zimt die einzige Garnitur, damit das Rezept klar und reproduzierbar bleibt.

Wird Sutlijaš warm oder kalt gegessen?

Beides ist möglich.

Warm ist Sutlijaš besonders weich und milchig. Nach mehreren Stunden im Kühlschrank wird er kompakter und wirkt stärker wie ein Dessertpudding.

Für unsere Hauptversion rechnen wir eine Kühlzeit von zwei Stunden ein, weil sich dann die endgültige Konsistenz gut beurteilen lässt.

Wer ihn warm bevorzugt, kann ihn natürlich bereits nach kurzem Abkühlen servieren.

Ist Sutlijaš ein Alltagsdessert oder Festtagsdessert?

Vor allem die einfache Zutatenliste macht Sutlijaš zu einem typischen Haus- und Alltagsdessert.

Gleichzeitig wird die Süßspeise auch zu Familienanlässen und in Bosnien beispielsweise während des Ramadan zubereitet.

Im Gegensatz zu vielen aufwendigen Festtagskuchen lässt sich Sutlijaš jedoch ohne besondere Backtechnik oder teure Zutaten herstellen.

Ähnlich schlicht ist die Grundidee unserer traditionellen bosnischen Gurabije: Auch dort entsteht aus wenigen alltäglichen Zutaten eine eigenständige klassische Süßspeise.

Sutlijaš und Tufahije – zwei sehr unterschiedliche bosnische Desserts

Die bosnische Süßspeisenküche besteht nicht nur aus Gebäck und Sirupdesserts.

Während Sutlijaš aus Reis und Milch gekocht wird, bestehen Tufahije aus pochierten Äpfeln mit Walnussfüllung.

Beide werden häufig in einzelnen Dessertschalen beziehungsweise Portionen serviert, unterscheiden sich bei Zutaten und Technik jedoch vollständig.

Typische Fehler bei Sutlijaš

Der Milchreis brennt an

Die Temperatur ist zu hoch oder der Topfboden wird nicht regelmäßig umgerührt. Nach Zugabe der Milch nur sanft köcheln lassen.

Der Sutlijaš wird nach dem Abkühlen sehr fest

Er wurde im Topf zu stark eingekocht. Das Dessert muss beim Abfüllen noch weicher sein als die gewünschte kalte Konsistenz.

Der Reis bleibt innen hart

Die Kochzeit war zu kurz. Vor dem Süßen ein Reiskorn probieren und erst weitermachen, wenn es vollständig weich ist.

Die Mischung bleibt wässrig

Der Reis wurde nicht lange genug mit der Milch gekocht oder das Verhältnis von Reis zu Flüssigkeit wurde verändert.

Der Sutlijaš schmeckt nach angebrannter Milch

Hat die Milch am Topfboden angesetzt, die dunkle Schicht nicht loskratzen und in das Dessert einrühren.

Der Sutlijaš ist viel zu süß

Bei einem einfachen Milchdessert fällt übermäßiger Zucker besonders stark auf. Deshalb verwenden wir eine festgelegte moderate Menge statt „Zucker nach Geschmack“.

Kann man Sutlijaš vorbereiten?

Ja. Sutlijaš lässt sich problemlos einige Stunden oder bereits am Vortag zubereiten.

Er wird nach dem Kochen direkt in Portionsschalen gefüllt, zunächst etwas abgekühlt und anschließend abgedeckt in den Kühlschrank gestellt.

Vor dem Servieren wird er mit Zimt bestäubt.

Wie bewahrt man Sutlijaš auf?

Da das Dessert einen hohen Milchanteil besitzt, muss vollständig abgekühlter Sutlijaš im Kühlschrank gelagert werden.

Die Schalen werden abgedeckt, damit die Oberfläche nicht austrocknet und der Milchreis keine Fremdaromen annimmt.

Am besten wird er innerhalb von zwei bis drei Tagen gegessen.

Kann man Sutlijaš einfrieren?

Technisch lässt sich Milchreis einfrieren, für Sutlijaš empfehlen wir es jedoch nicht.

Nach dem Auftauen können die Reiskörner weicher und die Milchphase leicht wässrig beziehungsweise ungleichmäßig werden.

Da das Dessert schnell aus wenigen Zutaten gekocht werden kann, ist eine frische Portion die bessere Lösung.

Sutlijaš als Teil der bosnischen Dessertküche

Sutlijaš zeigt besonders gut, dass traditionelle Süßspeisen nicht automatisch kompliziert sein müssen.

Im Gegensatz zu geschichteten Kuchen, frittiertem Gebäck oder Desserts mit Agda braucht dieses Rezept weder Backofen noch aufwendige Teige und Füllungen.

Die Qualität hängt stattdessen von wenigen Details ab: der richtigen Reissorte, niedriger Hitze, ausreichend Kochzeit und dem Moment, in dem der noch cremige Milchreis vom Herd genommen wird.

Häufige Fragen zu Sutlijaš

Was ist Sutlijaš?

Sutlijaš ist ein traditioneller süßer Milchreis aus Bosnien und anderen Teilen des Balkans. Er wird aus Rundkornreis, Milch und Zucker gekocht und häufig mit Zimt serviert.

Was bedeutet Sutlijaš auf Deutsch?

Am einfachsten lässt sich Sutlijaš mit „Milchreis“ oder „Balkan-Milchreis“ erklären. Der regionale Name bezeichnet jedoch eine eigene kulinarische Tradition und sollte deshalb erhalten bleiben.

Was ist der Unterschied zwischen Sutlija und Sutlijaš?

Beide Namen werden für dasselbe beziehungsweise sehr ähnliche Reis-Milch-Desserts verwendet. Welche Form gebräuchlicher ist, hängt unter anderem von Region und Familie ab.

Welcher Reis ist für Sutlijaš am besten?

Rundkornreis beziehungsweise handelsüblicher Milchreis eignet sich am besten, weil er weich wird und ausreichend Stärke für eine cremige Konsistenz abgibt.

Braucht Sutlijaš Speisestärke?

Nein. Es gibt Varianten mit zusätzlicher Stärke oder Mehl, die Hauptversion dieses Rezepts wird jedoch ausschließlich durch Reis und langsames Kochen gebunden.

Warum wird Sutlijaš erst beim Abkühlen richtig dick?

Die Reiskörner nehmen nach dem Kochen weiter Flüssigkeit auf und die Stärke stabilisiert die Masse. Deshalb sollte heißer Sutlijaš noch relativ weich sein.

Kann man Sutlijaš warm essen?

Ja. Sutlijaš kann warm oder kalt serviert werden. Warm ist er weicher und milchiger, kalt deutlich fester.

Warum brennt Sutlijaš an?

Milch und Reis werden bei zu hoher Temperatur schnell am Topfboden fest. Deshalb nur sanft köcheln lassen und besonders gegen Ende regelmäßig umrühren.

Wie lange hält Sutlijaš im Kühlschrank?

Gut abgedeckt sollte Sutlijaš innerhalb von zwei bis drei Tagen gegessen werden.

Kann man Sutlijaš am Vortag machen?

Ja. Das Dessert eignet sich sehr gut zum Vorbereiten und erreicht nach einigen Stunden im Kühlschrank eine besonders stabile, cremige Konsistenz.

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