Johannisbeersirup selber machen – Klassisch eingekocht - Rezept

Johannisbeersirup selber machen – Rezept aus roten Johannisbeeren

Johannisbeersirup selber machen ist eine einfache Möglichkeit, das kräftige Aroma roter Johannisbeeren für Getränke und Süßspeisen haltbar zu machen. Der fertige Sirup schmeckt fruchtig, angenehm säuerlich und wird vor dem Trinken mit Wasser verdünnt.

Hausgemachte Fruchtkonzentrate gehören auch auf dem Balkan zum sommerlichen Vorrat. Johannisbeeren heißen dort meist ribizle, während der fertige Sirup als Sirup od ribizle oder verdünnt als Sok od ribizle bezeichnet werden kann.

Weitere Rezepte und wichtige Grundlagen finden Sie in unserer Übersicht Hausgemachte Säfte und Sirupe.

Johannisbeersirup aus roten Johannisbeeren

Konzentrierter Johannisbeersirup aus roten Johannisbeeren, der als Sirup od ribizle mit Wasser verdünnt oder zum Verfeinern von Desserts verwendet wird.
Vorbereitungszeit35 Minuten
Zubereitungszeit30 Minuten
Abtropfzeit30 Minuten
Gesamtzeit1 Stunde 35 Minuten
Gericht: Getränke
Küche: Balkan Küche
Keyword: Johannisbeersirup, Johannisbeersirup selber machen, Ribiselsirup, Sirup od ribizle, Sok od ribizle
Servings: 70 Portionen - 2,1 Liter
Calories: 90kcal

Kochutensilien

  • Großer Kochtopf
  • Kartoffelstampfer
  • Feines Sieb
  • Safttuch oder doppelt gelegtes Passiertuch
  • Messbecher
  • Küchenwaage
  • Großer Einkochtopf mit Einsatz oder Gitter
  • Geeignete Einmachgläser mit insgesamt mindestens 2,25 Liter Fassungsvermögen
  • Einfülltrichter
  • Glasheber
  • Sauberes Küchentuch

Zutaten

Für den Johannisbeersaft

  • 1,8 kg rote Johannisbeeren nach dem Entfernen der Rispen gewogen
  • 250 ml Wasser

Für den Sirup

  • 1,4 kg Zucker bezogen auf exakt 1,2 Liter abgeseihten Johannisbeersaft

Anleitungen

Johannisbeeren vorbereiten

  • Sortieren Sie beschädigte, schimmelige oder gärende Früchte vollständig aus.
  • Waschen Sie die Johannisbeeren unter kaltem Wasser und lassen Sie sie gut abtropfen.
  • Streifen Sie die Beeren von den Rispen.
  • Zerdrücken Sie die Beeren portionsweise leicht mit einem Kartoffelstampfer.

Saft gewinnen

  • Geben Sie die zerdrückten Johannisbeeren zusammen mit 250 Millilitern Wasser in einen großen Topf.
  • Erhitzen Sie die Früchte unter regelmäßigem Rühren bis zum Kochen.
  • Reduzieren Sie die Hitze und lassen Sie die Beeren 5 bis 10 Minuten sanft köcheln, bis sie weich sind und Saft abgegeben haben.
  • Gießen Sie die heiße Fruchtmasse zunächst durch ein feines Sieb.
  • Filtern Sie den aufgefangenen Saft anschließend durch ein Safttuch oder ein doppelt gelegtes Passiertuch.
  • Lassen Sie den Saft etwa 30 Minuten abtropfen. Drücken oder verdrehen Sie das Tuch nicht.
  • Messen Sie exakt 1,2 Liter des abgeseihten Saftes ab. Bewahren Sie eventuell überschüssigen Saft separat im Kühlschrank auf.

Gläser vorbereiten

  • Waschen Sie die Einmachgläser, Deckel und verwendeten Utensilien gründlich.
  • Halten Sie die sauberen Gläser bis zum Befüllen heiß.
  • Füllen Sie den Einkochtopf mit ausreichend Wasser und beginnen Sie, das Wasser zu erhitzen.

Sirup kochen

  • Geben Sie 1,2 Liter Johannisbeersaft und 1,4 Kilogramm Zucker in einen großen Topf.
  • Erhitzen Sie die Mischung unter ständigem Rühren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
  • Bringen Sie den Sirup zum Kochen.
  • Lassen Sie ihn unter ständigem Rühren drei Minuten sanft sprudelnd kochen.
  • Nehmen Sie den Topf vom Herd und entfernen Sie bei Bedarf den entstandenen Schaum.

Abfüllen und einkochen

  • Füllen Sie den heißen Sirup mithilfe eines Einfülltrichters in die heißen Einmachgläser.
  • Lassen Sie am oberen Glasrand etwa 6 Millimeter frei.
  • Wischen Sie die Glasränder sorgfältig sauber und setzen Sie die Deckel nach Herstellerangabe auf.
  • Stellen Sie die verschlossenen Gläser auf den Einsatz im Einkochtopf. Die Gläser müssen von mindestens 2,5 Zentimetern Wasser bedeckt sein.
  • Setzen Sie den Deckel auf und bringen Sie das Wasser vollständig zum Kochen.
  • Beginnen Sie erst dann mit der Zeitmessung.
  • Verarbeiten Sie die Gläser bis 305 Meter Höhe 10 Minuten, zwischen 306 und 1.829 Metern 15 Minuten und oberhalb von 1.829 Metern 20 Minuten.
  • Schalten Sie die Hitze aus, nehmen Sie den Deckel ab und warten Sie fünf Minuten.
  • Heben Sie die Gläser aufrecht aus dem Wasser.
  • Lassen Sie sie 12 bis 24 Stunden ungestört und ohne Nachziehen der Deckel abkühlen.
  • Prüfen Sie anschließend die Verschlüsse, entfernen Sie bei Schraubgläsern die äußeren Ringe und beschriften Sie die Gläser.

Notizen

  • Verwenden Sie nur reife, einwandfreie rote Johannisbeeren.
  • Falls Sie weniger als 1,2 Liter Saft gewinnen, verwenden Sie 117 Gramm Zucker je 100 Milliliter abgemessenen Saft.
  • Füllen Sie fehlenden Saft nicht einfach mit zusätzlichem Wasser auf.
  • Die Kochzeit von drei Minuten beginnt, sobald die gesamte Saft-Zucker-Mischung kocht.
  • Verwenden Sie für die Wasserbadverarbeitung geeignete Einmachgläser, keine schmalen dekorativen Flaschen.
  • Die angegebene Gesamtzeit basiert auf der Einkochzeit für Höhen bis 305 Meter. In größeren Höhen verlängert sie sich entsprechend.
  • Zuckerreduzierter Sirup muss gekühlt oder eingefroren werden und ist mit diesem Verfahren nicht automatisch bei Raumtemperatur haltbar.
  • Kühl, dunkel und trocken gelagerte, einwandfrei verschlossene Gläser innerhalb eines Jahres verwenden.
  • Nicht verschlossene Gläser im Kühlschrank lagern und innerhalb einer Woche verbrauchen.
  • Geöffneten Sirup im Kühlschrank aufbewahren und vorzugsweise innerhalb von etwa drei Wochen verbrauchen.

Was ist Johannisbeersirup?

Johannisbeersirup ist ein konzentrierter Fruchtsirup aus abgeseihtem Johannisbeersaft und Zucker. Er wird nicht unverdünnt wie gewöhnlicher Saft getrunken, sondern je nach gewünschter Süße mit stillem Wasser oder Mineralwasser gemischt.

Das genaue Verhältnis von Saft und Zucker ist wichtig. Deshalb wird zuerst der Saft aus den Früchten gewonnen und anschließend abgemessen. Für dieses Rezept werden exakt 1,2 Liter abgeseihter Johannisbeersaft mit 1,4 Kilogramm Zucker verarbeitet.

Warum rote Johannisbeeren verwenden?

Rote Johannisbeeren besitzen eine ausgeprägte Säure, eine leuchtende Farbe und ein frisches Beerenaroma. Dadurch bleibt der Sirup trotz des hohen Zuckeranteils ausgewogen und schmeckt weniger schwer als Sirup aus sehr süßen Früchten.

Verwenden Sie reife, unbeschädigte Beeren. Überreife, schimmelige oder gärende Früchte dürfen nicht verarbeitet werden. Tiefgekühlte rote Johannisbeeren können ebenfalls verwendet werden, sofern sie ungesüßt sind.

Saft und Zucker richtig abmessen

Die tatsächlich gewonnene Saftmenge kann je nach Reifegrad und Saftigkeit der Früchte leicht variieren. Für ein zuverlässiges Ergebnis wird daher nicht allein nach dem Gewicht der frischen Beeren gearbeitet.

Abgeseihter Saft Zucker
500 ml 585 g
750 ml 875 g
1 Liter 1.170 g
1,2 Liter 1.400 g

Falls Sie weniger als 1,2 Liter Saft gewinnen, berechnen Sie für jeweils 100 Milliliter Saft 117 Gramm Zucker. Eine zuckerreduzierte Variante sollte nicht mit derselben Methode als ungekühlt haltbar betrachtet werden.

So bleibt der Johannisbeersirup klar

Für einen klareren Sirup lassen Sie die gekochte Fruchtmasse durch ein Safttuch oder ein doppelt gelegtes Passiertuch abtropfen. Drücken oder verdrehen Sie das Tuch nicht, da dabei Fruchtfleisch und feine Schwebstoffe in den Saft gelangen.

Ein trüber Sirup ist nicht automatisch verdorben. Die Trübung kann durch Fruchtfleisch, natürliches Pektin oder starkes Auspressen entstehen. Der Geruch, der Verschluss und sichtbare Veränderungen müssen dennoch immer kontrolliert werden.

Reicht heißes Abfüllen für die Aufbewahrung?

Nein. Das Einfüllen des heißen Sirups allein reicht nicht aus, um eine sichere Aufbewahrung bei Raumtemperatur zu empfehlen. Die verschlossenen Einmachgläser werden deshalb zusätzlich in einer kochenden Wasserkonserve verarbeitet.

Verwenden Sie geeignete Einmachgläser mit passenden Deckeln. Schmale dekorative Flaschen sind für die Verarbeitung in der kochenden Wasserkonserve häufig nicht geeignet.

Wie wird Johannisbeersirup verdünnt?

Beginnen Sie mit einem Mischverhältnis von einem Teil Sirup zu fünf Teilen Wasser. Für ein Glas können Sie beispielsweise 30 Milliliter Sirup mit etwa 150 Millilitern kaltem Wasser mischen. Anschließend lässt sich die Süße nach persönlichem Geschmack anpassen.

Der Sirup eignet sich außerdem zum Aromatisieren von Tee, Joghurt, Eis, Pudding oder einfachen Desserts. Ähnlich verwendet wird unser Kirschsirup aus Sauerkirschen.

Häufige Fehler bei Johannisbeersirup

  • Zu viel Wasser: Die Früchte werden unnötig verdünnt und der Sirup verliert an Aroma.
  • Saft nicht abgemessen: Das Verhältnis von Saft und Zucker lässt sich nicht zuverlässig bestimmen.
  • Fruchtmasse stark ausgepresst: Der Sirup wird deutlich trüber.
  • Sirup zu lange gekocht: Farbe und frisches Beerenaroma gehen verloren; durch das natürliche Pektin kann der Sirup außerdem gelieren.
  • Nur heiß abgefüllt: Ohne anschließende Verarbeitung im Wasserbad darf keine lange Aufbewahrung bei Raumtemperatur versprochen werden.

Aufbewahrung und Haltbarkeit

Prüfen Sie nach 12 bis 24 Stunden, ob die Deckel vollständig eingezogen und dicht verschlossen sind. Beschriften Sie die Gläser mit Inhalt und Herstellungsdatum und bewahren Sie sie kühl, trocken und dunkel auf.

Richtig verarbeiteter Johannisbeersirup behält seine beste Qualität ungefähr ein Jahr. Nicht verschlossene Gläser müssen in den Kühlschrank gestellt und innerhalb einer Woche verbraucht werden.

Nach dem Öffnen gehört der Sirup ebenfalls in den Kühlschrank. Entnehmen Sie ihn immer mit einem sauberen Löffel oder gießen Sie ihn sauber aus und verbrauchen Sie ihn vorzugsweise innerhalb von etwa drei Wochen. Bei Schimmel, Gärung, ungewöhnlichem Geruch oder einem undichten Verschluss muss der gesamte Inhalt entsorgt werden.

Häufige Fragen zu Johannisbeersirup

Kann ich schwarze Johannisbeeren verwenden?

Ja. Schwarze Johannisbeeren ergeben einen dunkleren, kräftigeren und herberen Sirup. Auch bei dieser Variante muss der gewonnene Saft vor der Zugabe des Zuckers genau abgemessen werden.

Muss Zitronensaft in den Sirup?

Für dieses Rezept ist kein zusätzlicher Zitronensaft erforderlich. Rote Johannisbeeren besitzen bereits eine ausgeprägte natürliche Säure. Zitronensaft würde außerdem den Geschmack und die Gelierneigung verändern.

Warum ist mein Johannisbeersirup zu dick geworden?

Johannisbeeren enthalten natürliches Pektin. Wird der Sirup zu lange oder zu stark gekocht, kann er beim Abkühlen deutlich eindicken. Halten Sie deshalb die angegebene Kochzeit von drei Minuten ein.

Kann ich weniger Zucker verwenden?

Eine zuckerreduzierte Variante darf nicht mit derselben Anleitung als ungekühlt haltbar betrachtet werden. Bewahren Sie einen Sirup mit verändertem Zuckeranteil im Kühlschrank auf oder frieren Sie ihn in geeigneten Behältern ein.

Kann der Sirup in normalen Glasflaschen eingekocht werden?

Verwenden Sie für die Wasserbadverarbeitung nur dafür vorgesehene Einmachgläser und passende Deckel. Dekorative Flaschen und gewöhnliche Getränkeflaschen können ungeeignet sein oder während des Erhitzens beschädigt werden.

Geprüfte Grundlagen zur Haltbarmachung

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